Was mich die Berge über Stress gelehrt haben

Drei Lektionen über Pace, Präsenz und Energie – für alle, die hoch hinauswollen.
Ich erinnere mich noch genau an den Moment.
Ich war auf dem GR20 in Korsika. Wenig Eingewöhnung. Etappen zu lang. Ich wollte durchlaufen – so schnell wie möglich.
Nach 3 Tagen hat mein Knie mich gestoppt. Schmerzen, Schwellung.
Ich musste anhalten und pausieren. Nicht weil ich schwach war – sondern weil mein Körper klüger war als mein Ehrgeiz.
In diesem Moment hat mir der Berg etwas über Stress beigebracht, das mir kein Produktivitätsbuch, kein Seminar und kein Morgenroutine-Podcast je so klar gemacht hätte. Etwas, das ich seither nicht mehr vergessen habe.
Lektion 1 · Pace
Der Berg belohnt nicht das schnellste – sondern das klügste Tempo.
Wer am Berg zu Beginn zu schnell geht, kommt nie oben an. Der Körper übersäuert. Die Reserven sind aufgebraucht, bevor der schwierigste Teil beginnt.
Und dennoch machen wir im Alltag genau das: Wir starten jedes neue Projekt, jede neue Woche, jede neue Phase im Maximaltempo. Wir verwechseln Geschwindigkeit mit Leistung.
Aber nachhaltige Leistung braucht Rhythmus. Kein Dauersprint. Pace ist keine Schwäche – Pace ist Strategie.
Die Frage ist nicht: Wie schnell kann ich? Die Frage ist: Welches Tempo trägt mich wirklich ans Ziel?
Lektion 2 · Präsenz
Der Berg existiert nur jetzt – nicht im nächsten Meeting.
Irgendwann hörte ich auf, an das Ziel zu denken. Ich sah die Bäume mit dem Meer im Hintergrund. Ich hörte das Plätschern des Baches.
Ich war einfach da.
Wer kennt das nicht: Man ist körperlich anwesend – aber gedanklich längst beim nächsten Task, beim nächsten Termin, beim nächsten Problem. Das Nervensystem bleibt im Alarmmodus, auch wenn äusserlich alles ruhig ist.
Präsenz ist kein Luxus. Präsenz ist die Voraussetzung dafür, dass der Körper überhaupt in den Erholungsmodus schalten kann. Ohne sie gibt es keine echte Pause – nur Standby.
Lektion 3 · Energie einteilen
Du kannst nicht alles auf einmal geben – und oben ankommen.
Bergsteiger wissen: Die Reserve entscheidet. Nicht wer am meisten gibt – sondern wer am klügsten einteilt, kommt durch. Auch im Abstieg. Auch in der Erschöpfung. Auch wenn der Weg länger ist als geplant.
Energie ist eine endliche Ressource. Das klingt selbstverständlich. Und doch behandeln viele High Performer ihre Energie wie ein unbegrenztes Konto – bis das System zwingt, innezuhalten.
Schlafstörungen. Unruhe. Das Gefühl, nie wirklich abzuschalten. Gereiztheit, obwohl äusserlich alles «läuft».
Das sind keine Schwächen. Das sind Warnsignale.
Was der Berg uns lehrt, was der Kalender verschweigt
Dein Nervensystem arbeitet wie ein Bergsteiger. Es braucht Pausen nicht als Belohnung am Ende eines langen Tages – sondern als Treibstoff für den nächsten Abschnitt.
Und vielleicht ist die wichtigste Frage nicht: Wie schaffe ich mehr? Sondern: Was brauche ich, damit ich langfristig leistungsfähig und in Verbindung mit mir bleibe?
Drei Fragen für deine Woche:
→ Welches Tempo passt wirklich zu dieser Phase – nicht zum Ideal?
→ Wo bist du gerade anwesend, aber nicht wirklich präsent?
→ Was würdest du anders machen, wenn Energie eine endliche Ressource wäre?
Bereit, dein eigenes Tempo zu finden?
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